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Lesung Burkhard Garbe am 19.10.2012

Sprachspieler und Sprachforscher

Foto Burckhard Garbe

Burckhard Garbe gehört zu den Autoren, die im „Dichterraum Celle“ im  Museumscafé einen vielbeachteten Ort gefunden haben.

Viele Besucherinnen und Besucher waren zu seiner Lesung „Rasenmähers Geliebte – kurz geschnittene Prosa“ gekommen. Gunther Thies begrüßte im Namen der Bibliotheksgesellschaft den Autor und Sprachwissenschaftler, der, 1941 in Berlin geboren, in Celle das Gymnasium Ernestinum besucht, dann an der Universität Göttingen gelehrt hat und heute im nordhessischen Grebenstein lebt.

Mit dem fulminanten und höchst ironischen „Longpoem: Ich liebe die Lyriker“ begann Garbe. Er karikiert darin die selbstverliebten Darbietungen von schwarz gekleideten, in Welt- und Eigenschmerz versinkenden Gedicht-Schreibern, die doch so gar keine eigene Sprache finden. Nach seinem witzigen „Selbstporträt“ folgte die „Kürzgeschichte“ vom „Rasenmäher“, der nicht nur den Rasen „kürzt“, sondern auch eine modisch kurze Beziehung durchlebt.

Unter dem Titel „Aristoteles in Rumänien“ beschreibt Garbe eine eigene Reiseerfahrung, bei der er vor Jahren auf dem Balkan Opfer eines Geldbetrügers geworden war: Den von den Betrügern inszenierten Ablauf kann er, nicht ohne Selbstkritik, mit Bausteinen der griechischenTheatertheorie wie Mitleid, Furcht, Peripetie und Katharsis charakterisieren. Weitere Prosastücke, die sprachspielend allerlei Allzumenschliches aufdecken, folgten.

Zum Abschluss bot Garbe eine Auswahl seiner Sprachglossen, die erste nannte sich “Goodbye, Goethe“ und handelt von unserem gebrochenen, „nicht wirklichen“ Verhältnis zur klassischen Hochsprache. Großes Vergnügen boten den Zuhörerinnen und Zuhörern schließlich Garbes Glossen zur Unlogik in deutschen Wörtern, insbesondere in modernen Wortschöpfungen wie z.B. „Fruchtzwerge XXL“, Null-Wachstum“, McClean“, „Brüllbeton“ und „Jein“.

Viel Beifall, die Sammlung der Abituraufsatz-Themen am Ernestinum von 1830 bis 1970 sowie  Celler Heidehonig waren der Dank an Burckhard Garbe für einen vergnügt-hintersinnigen Abend. Ein herzliches Dankeschön galt auch dem Museumscafé für den freundlichen Rahmen.

[19.10.2012]

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Mitgliederversammlung und Lesung Manfred Hausin am 15. Mai 2012

Protokoll

Tätigkeitsbericht 2011/2012
 

anschließend:
 

Literarisches Kabarett mit Manfred Hausin

Vor Jahrzehnten hatte in Celle ein junger Mann, Schüler noch, die Erwachsenen und seine Lehrer mit frechen Texten und ungewohnten Aktionen irritiert. Heute ist er, Manfred Hausin, ein seit langem anerkannter Schriftsteller, auch Mitglied des PEN. Auf Einladung der Bibliotheksgesellschaft veranstaltete er jetzt in Kunst & Bühne bei vollem Haus sein Literarisches Kabarett.

Hausin ist ein Meister der kurzen Form. Aphoristische kleine Texte, komprimierte Sprüche, Widersprüche, Sprachspielerisches. Er nennt diese Form auch Hausinaden und behauptet, sie seien in Wahrheit gekürzte Romane. Indem er solche Schöpfungen vorträgt, bereitet er seinen Zuhörern großes Vergnügen, auch und gerade dann, wenn sie einen Augenblick brauchen, um den Gehalt aufzunehmen.

Geboren wurde Manfred Hausin in Hildesheim, wuchs zunächst bei Hildesheim auf und lebt dort auch heute. Wichtige Jugendjahre hat er aber in Celle verbracht und am Hölty-Gymnasium das Abitur gemacht. Schon in dieser Zeit hat er geschrieben und veröffentlicht. Wie er selbst sagt, stammten die ersten Gedichte, die er zum Druck gab, von seinem Bruder. Rasch aber erkannte er, dass Texte etwas bewirken können, schrieb selbst und setzte ein Werk in Gang, das seit mehr als vier Jahrzehnten lebendig ist.

Hausin trug in Kunst & Bühne nicht nur seine Texte vor. Er band sie ein, indem er aus den Stationen seines Lebens erzählte und von Erfahrungen berichtete, etwa über die Arbeit mit Verlagen und über die Gründung eines Verlages („Davids Drucke“). Die Anfänge in Celle spielten eine wichtige Rolle. Mit besonderem Vergnügen schilderte er, wie er, nachdem er schon mit 18 Jahren Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller geworden war, seine Lehrer dadurch verunsicherte, dass er Schriftstellerkollegen in die Schule einlud.

Viele kurze Texte trug Hausin mit unbewegtem Gesicht vor:

Die Mutter

Voll Liebe

Der Vater

Volljurist

(aus: BETTELN UND HAUSIN VERBOTEN)

Aber längere Texte fehlten ebenso wenig, etwa als Hausin zum großen Vergnügen der Zuhörer die Satire von den Celler Juristen in der Rolle von Mitwirkenden der Hengstparade bot.

Manfred Hausin hat im Laufe der Jahrzehnte mehr als 30 eigene Bücher herausgebracht und eine Vielzahl von Gedichten, Geschichten, kurzen und kürzesten Texten geschrieben, die auch in Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen, Anthologien und Schulbüchern veröffentlicht sind. Mehrere seiner Bücher sind in etlichen Auflagen erschienen, immer wieder angereichert durch neue Texte. Mancher Text hat sich dabei verwandelt. Zu seinem 60. Geburtstag 2011 wurden etwa neu aufgelegt Liebe für immer: Die 111 schönsten und frechsten Liebesgedichte des Manfred Hausin und Vorsicht an der Bahnsteigkante!: Zugige Verse und Geschichten. Auch durch diese Neuauflagen bot Hausin den Zuhörern einen vergnüglichen und nachdenklichen Streifzug.

Schließlich erinnerte Hausin daran, dass er vor Jahren auch in Celle mehrfach die von ihm erfundene Lange Nacht der Poesie zusammen mit anderen Künstlern veranstaltet hatte. Er fragte jetzt, ob es dieses Ereignis in Celle nicht wieder einmal geben sollte. Das Publikum, das dem Literarischen Kabarett mit großem Vergnügen gefolgt war, schien an einer positiven Antwort auf diese Frage interessiert zu sein.

[15.05.2012]

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Charles Dickens und London - Vortrag in der Stadtbibliothek Celle

In der Stadtbibliothek Celle hatten die Bibliothekarinnen und Bibliothekare einen wundervollen Vortragsraum geschaffen. Die Bücherregale waren beiseite geschoben, Stühle hergeräumt worden, große Grafiken der Figuren aus Dickens‘ Romanen zierten Sessel und Wandflächen. Vor der animierenden Kulisse der Bücher konnte Dr. Catherine Atkinson über „Charles Dickens und das Viktorianische London“ sprechen. Gemeinsam mit der Stadtbibliothek hatte die Bibliotheksgesellschaft Celle aus Anlass des 200. Geburtstags von Charles Dickens eingeladen.

Das Thema zog viele Zuhörer an. Manche Celler erinnerten sich offenbar an Catherine Atkinson, die hier vor Jahren die Ausgrabung der Stadtbefestigung am Nordwall geleitet hatte. Schnell war der Raum brechend voll und es mussten alle Reserven an Stühlen herbeigeschafft werden.

Vor diesem aufmerksamen Publikum stellte die Referentin Dickens‘ Biografie dar. Als der Vater ins Schuldgefängnis geraten war, musste der Sohn zunächst die Schule beenden und als Zwölfjähriger in einer Schuhcremefabrik arbeiten. Später wurde er Schreiber bei einem Anwalt, betätigte sich als Reporter einer Zeitung, brachte sich selbst Stenografie bei und konnte so schon mit 17 Jahren als Berichterstatter für die Parlamentsdebatten arbeiten. Kleine Skizzen zu gut beobachteten Alltagsbegebenheiten waren frühe Schritte des Autors. Sie erschienen in Zeitungen und Monatsschriften und brachten erste Bekanntheit. Dickens‘ größere Werke erschienen als Fortsetzungsromane.

Anhand von zeitgenössischen Bildern und Karten erläuterte Atkinson die unkontrollierte Entwicklung Londons in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zur größten Stadt der Welt mit riesigen hygienischen Problemen, Sicherheitsdefiziten und gewaltiger Armut. Die Referentin hob aber auch hervor, dass sich während der Regierung der Königin Victoria London grundlegend wandelte, mit technischem Fortschritt, Einrichtungen für die öffentliche Hygiene und eindrucksvoller Architektur. Auch die Entwicklung des Eisenbahnwesens fällt in diese Zeit.

In diesem Umfeld waren Dickens‘ literarische Werke angesiedelt. Atkinson beschrieb, wie aus seiner herausragenden Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, Personen zu charakterisieren und Begebenheiten lebendig zu schildern, kleinere und große Texte entstanden. Auf langen Spaziergängen durch London, manchmal nächtelang, habe Dickens die Stadt und die Menschen intensiv beobachtet und seine einprägsamen Charaktere entwickelt, Mr. Pickwick etwa, Uriah Heep oder Scrooge. Manche Figur habe auch autobiografische Züge, z.B. Oliver Twist. Auch seine Sozialkritik, die er in lebhaften Schilderungen, auch humorvollen, übt, fuße auf Autobiografischem. Bemerkenswert sei schließlich die sprachliche Gestaltungskraft von Dickens gewesen. Dialekt wie sprachliche Neuschöpfungen charakterisieren seine Werke.

Das Publikum dankte mit nachhaltigem Beifall. Zum Geburtstagsjubiläum wurde stilvoll ein Getränk offeriert. Bei anschließenden Gesprächen war zu hören, manches habe man bisher so nicht gesehen.

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Märchenhafte Harfenklänge

Margarete Seil erzählte, wie schon oft, Märchen nicht für Kinder sondern für Erwachsene. Viele Interessierte hatten sich in Kunst & Bühne eingefunden, um sich in die wunderbare Welt der Märchen entführen zu lassen. Der Anlass war ein doppeltes Jubiläum: Kunst & Bühne ist in diesem Herbst zwanzig geworden, und die Bibliotheksgesellschaft Celle ist in diesem Jahr 25 Jahre alt. So gratulierte die Bibliotheksgesellschaft zum Geburtstag von Kunst & Bühne mit einem Märchenabend.

Die junge Harfenistin Deborah Buerke stimmte mit ihrer Musik auf die Märchen ein und untermalte auch einige Märchenpassagen.

Margarete Seil hatte zwei Märchen der Brüder Grimm und ein Märchen aus Norwegen ausgewählt. Sie überzeugte die Zuhörer, dass Märchen keineswegs nur Kindergeschichten sind, sondern anregende Literatur für jedes Alter. Margarete Seil bringt die Märchen in ihrer wunderbaren Sprache zu Gehör, nicht abgelesen, sondern mit größter Ruhe, mit Konzentration und hoher Überzeugungskraft auswendig vorgetragen. Die Zuhörer konnten sich auch an gegenwärtige Probleme erinnert fühlen. In dem Grimm’schen Märchen „Die Nixe im Teich“ erzählte Margarete Seil von dem Müller, dessen Reichtum von Jahr zu Jahr schwand, „und zuletzt konnte der Müller kaum noch die Mühle, in der er saß, sein Eigentum nennen.“

Alle wurden von den Märchen und von Margarete Seils Erzählkunst in den Bann gezogen. An der Faszination, die der Abend ausübte, hatte Deborah Buerke mit dem einfühlsamen Spiel ihrer Harfe einen wichtigen Anteil.
Ein eindrucksvolles Geburtstagsgeschenk für Kunst & Bühne und eine schöne Veranstaltung der Bibliotheksgesellschaft.

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Dämmerungslesen in der Stadtbibliothek Celle (September 2011)

Die Stadtbibliothek Celle hatte aufgetischt. Gedeckt war mit weißem Damast und neben den Tellern standen hohe Gläser. Zu genießen gab es aber keine Suppe und weder Braten noch Gemüse. Beim Dämmerungslesen für Literatur-Gourmets wurden Lesefreuden angeboten.

Anlass für diese Veranstaltung war erneut das 25-jährige Jubiläum der Bibliotheksgesellschaft Celle. Das Team der Stadtbibliothek hatte der Bibliotheksgesellschaft ein Lesefest geschenkt, das aber nach Art eines Menüs gegliedert war: Vorspeise, Suppe, Zwischengang, Hauptgericht und Dessert. Zwischen den Büchern konnte das Dämmerungslesen nur deshalb stattfinden, weil die Bestände der Stadtbibliothek vor wenigen Wochen neu geordnet worden waren und jetzt etliche Bücherregale auf Rollen beiseite geschoben werden konnten. So gab es reichlich Platz für Zuhörerinnen und Zuhörer.

Um den gedeckten Tisch Platz genommen hatte Petra Moderow, die Bibliotheksleiterin, mit Cornelia Rittmeyer-Bhuie und Andrea Kamke. Sie präsentierten den Zuhörern zehn Bücher, die alle keine Bestseller geworden sind, die aber nach Überzeugung der Bibliothekarinnen das Interesse von Lesern verdienen. Eingangs gab es jeweils eine kurze Charakterisierung des Autors und des Buchs und dann bekam das Publikum eine Leseprobe „serviert“.

Die Palette der Bücher reichte von Sachbüchern über Romane mit großen Themen bis zu heiter-leichter Lektüre. So stellte Cornelia Rittmeyer-Bhuie David Blackbourns „Die Eroberung der Natur – eine Geschichte der deutschen Landschaft“ vor, worin u.a. die gewaltigen Arbeiten zur Begradigung des Oberrheins im 19. Jahrhundert geschildert werden. Den Roman „Pascolini“ von Maximilian Steinbeis brachte Petra Moderow dem Publikum nahe, einen grimmig-bissigen bis grotesken Heimatroman aus dem Bayern der Nachkriegszeit. Als abschließendes Dessert bot Andrea Kamke eine heitere Kostprobe aus Susanna Tamaros „Der Tannenbaum: das Märchen einer Freundschaft“. Hier ging es um eine uralte Tanne aus der Toscana, ein Eichhörnchen und eine Taube, den Petersplatz und den Papst.

Zwischen all den literarischen Genüssen konnten sich die Teilnehmer in der Pause sogar noch an liebevoll bereiteten kleinen Speisen und an Getränken laben. So wurde das Dämmerungslesen ein runder Genuss, der bei den Literatur-Gourmets Lust auf mehr Bücher machte. Und die Stadtbibliothek zeigte sich von der allerbesten Seite.

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Bücherflohmarkt 2011

Der Bücher-Flohmarkt vor der Stadtbibliothek Celle ist vorüber und er war sehr erfolgreich. Das Wetter war zunächst wunderbar, dann gab es eine kleine Irritation durch einen kurzen Regenschauer, aber anschließend hatten wir keinen Grund zur Klage. Es waren – trotz einzelner widriger Umstände in der Vorbereitung – wieder viele Bücher gespendet worden, und die Kaufinteressenten kamen in Scharen, und auch zum angekündigten Endzeitpunkt wurde noch eifrig gestöbert.



So konnten wir sehr gut verkaufen und haben einen Erlös von 2.709,41 € erzielt, ca. 450 € mehr als im letzten Jahr. Das Geld soll der Stadtbibliothek Celle und einzelnen öffentlichen Bibliotheken aus dem Landkreis für zusätzliche Anschaffungen zugutekommen, die mit den knappen Haushaltsmitteln nicht möglich wären.

Herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben, beim Vorbereiten, beim Entgegennehmen und Sortieren der Bücherspenden, beim Heranschaffen, Aufstellen, Abbauen und Abtransport der Tische und Bänke, beim Heraustragen der Bücher, beim Verkaufen und Kassieren, beim Wegschaffen der übrig gebliebenen Bücher und beim Aufräumen, schließlich der Stadtbibliothek Celle für alle Mitwirkung!

Unser bester Dank gilt auch der Brauerei Carl Betz, die die Tische, Bänke und Schirme kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank ebenso den Schülerinnen und Schülern, die tatkräftig mitgewirkt haben!

Danke nicht zuletzt auch den Spendern und Käufern der Bücher!

Ermittelt wurden im Rahmen des Bücherflohmarkts auch die Gewinner des Jubiläumspreisrätsels der Kreisfahrbücherei. Erika Trichterborn, 2. Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft, (hier mit Johannes von Freymann, dem Leiter der Kreisfahrbücherei bei der Auslosung) betätigte sich als Glücksfee und zog aus nahezu 80 richtigen Einsendungen die zukünftigen 10 glücklichen Besitzer je eines Buchgutscheins über 15,- Euro, gestiftet von der Bibliotheksgesellschaft. Die Gewinner werden in den nächsten Tagen benachrichtigt.

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Jugendbuchautor Achim Bröger in Celle

 Zum 25-jährigen Bestehen der Bibliotheksgesellschaft Celle war der weltweit bekannte Kinder- und Jugendbuchautor Achim Bröger zwei Tage lang in der Region Celle. Er las aus seinen Büchern und hielt einen Vortrag vor Erwachsenen.

Sechsmal las Bröger in Bibliotheken vor Kindern und Jugendlichen, in der Stadtbibliothek Celle, in der Zweigstelle Lauensteinplatz und in den Büchereien Bergen, Müden und Faßberg. Überall verstand er es großartig, die jungen Zuhörer in seinen Bann zu ziehen Er las nicht nur aus seinen Büchern, er erzählte, wie er zum Schreiben kam und wie er arbeitet, beantwortete Fragen und brachte die Schüler dazu, von eigenen Schreibversuchen zu erzählen Einige seiner Bücher stellte Achim Bröger vor und las Passagen vor, Heiteres, Hintersinniges und auch sehr Ernstes. Dabei brachte er nicht nur erzählende Texte, sondern präsentierte auch Sachbücher, seinen Kinderatlas oder sein Kinderlexikon. In dem Kinderlexikon werden Stichwörter nicht trocken erklärt, sondern durch kleine Geschichten vorgestellt.

Ganz gebannt waren die Kinder z. B., als Bröger in der Stadtbibliothek Celle den Beginn von „Flammen im Kopf“ vorlas, ein Buch, in dem es um große Themen geht, um Lebensgefahr und Tod, um Schuld und Angst. Achim Bröger konnte den jungen Zuhörern einen Eindruck vermitteln, was Literatur ist und welches Vergnügen das Lesen bringt.

Darum ging es auch, als er in der Stadtbibliothek Celle vor Eltern, Lehrkräften, Tagesmüttern, Erzieherinnen und Bibliothekaren das Thema behandelte: „Wie mache ich Kindern Lust auf Bücher?“ Die Lust am Lesen war der rote Faden des Abends. Eltern, die selbst Freude am Lesen haben, seien ein wichtiges Erlebnis für Kinder. Eltern, die ihren Kindern nicht aus Pflichtgefühl vorlesen, könnten ihr Vergnügen am Lesen auch den Kindern vermitteln.

Die Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern in die Bibliothek gehen oder sie in eine Buchhandlung mitnehmen. Die Kinder selbst Bücher aussuchen zu lassen und sie nicht aus falschem Ehrgeiz zu bevormunden, öffne den Weg zum Lesen. Dies veranschaulichte Bröger mit eindringlichen kleinen Geschichten und unterstrich sein Anliegen, indem er kurze Texte aus mehreren seiner Bücher vorlas. Die Zuhörer hat er ganz und gar überzeugt.
 

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Bernd Rauschenbach las Kurt Schwitters 

Zu einem Abend mit Texten von Kurt Schwitters in „Kunst & Bühne“ hatte die Bibliotheksgesellschaft Celle aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens eingeladen. Bernd Rauschenbach, im Hauptberuf Vorstand der Arno Schmidt Stiftung in Bargfeld, trug unter dem Motto „Von der Gurgel bis zur Zehe“ aus dem umfangreichen literarischen Werk von Schwitters vor, längere und kürzere, auch kürzeste Texte. Das Gedicht „An Anna Blume“ bildete den Auftakt. Skurriles folgte, auch Irritierendes und manch komischer Text. Immer wieder erlebten die Zuhörer Texte, die Anziehungskraft aus ständigen Wiederholungen derselben Passagen nahmen, aber mit immer neuen Varianten. Rauschenbachs Vortragskunst faszinierte die Zuhörer mit großer Spannweite von leisen Tönen über nachdrückliche Passagen bis zu zungenbrecherischem Tempo. Die Geschichte „Der Schürm“, die von einem jahrzehntealten Schirm handelt, der unvermutet abgebrochen war, bereitete dem Publikum höchstes Vergnügen.

Höhepunkt war aber die „Ursonate“, jenes Kunstwerk aus Buchstaben, Silben und Wörtern, die aber keinen sprachlichen Sinn ergeben. Das Werk nutzt zwar die strenge musikalische Form der Sonate, ist aber nicht in Noten gesetzt, sondern lebt aus den Lauten, die sich aus Vokalen und Konsonanten ergeben. Bernd Rauschenbach trägt das Werk in bewundernswerter Vielfalt vor und zieht die Zuhörer in den Bann dieses sprachlichen Kunstwerks ohne sprachlichen Inhalt. Begeisterter Applaus.

[19.5.2011]

 

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Mitgliederversammlung am 11. Mai 2011

Protokoll

Tätigkeitsbericht 2010/2011
 

[11.05.2011]

 

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Bibliotheken als Pflichtaufgabe? 

Zum 25-jährigen Bestehen der Bibliotheksgesellschaft sprach in der Stadtbibliothek Celle Professor Konrad Umlauf, Humboldt-Universität Berlin, über die Aufgabe der Gemeinden, öffentliche Bibliotheken zu unterhalten. Umlauf, einer der besten Kenner des Bibliothekswesens in Deutschland, hob hervor, dass Internet und die Existenz von Google Bibliotheken nicht überflüssig machten. Bibliotheken ermöglichten systematische, gründliche und breit angelegte Information.
Vor einem zahlreichen Publikum aus Bibliotheken, aus der Kommunalverwaltung und der Kommunalpolitik wandte sich Umlauf gegen die Auffassung, die auch von Bibliotheksverbänden vertreten wird, das Grundgesetz verpflichte die Kommunen, Büchereien zu betreiben. Die Informationsfreiheit sei zwar ein wichtiges Grundrecht, es verbiete aber der öffentlichen Hand nur, Informationsmöglichkeiten einzuschränken, und gebe keinen Anspruch auf Bereitstellung von Informationsquellen.
 

Diese für viele enttäuschende Feststellung entbindet aber auch nach Auffassung des Referenten die Gemeinden nicht von der Aufgabe, Bibliotheken vorzuhalten. Konrad Umlauf ordnet Bibliotheken dem Bereich der „informationellen Grundversorgung“ zu. Diesen Begriff hat das Bundesverfassungsgericht für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geprägt. Anders als die durch Werbung finanzierten Privatsender haben dort die durch Gebühren finanzierten Sender die Aufgabe der Grundversorgung, weil sie nicht von Einschaltquoten abhängig sind.

Vergleichbar sei es, so Umlauf, bei den Bibliotheken: Während Buch- und Zeitschriftenverlage, Buchhandlungen und andere private Medienanbieter auf den wirtschaftlichen Erfolg angewiesen seien, ständen öffentliche Bibliotheken nicht unter diesem Zwang. Bibliotheken hätten besondere Aufgaben. Sie müssten auch die Interessen von Minderheiten – sprachlichen wie kulturellen – berücksichtigen wie auch die Bedürfnisse nicht zahlungskräftiger Menschen. Neben qualitätvoller Information hätten sie Informationskompetenz zu vermitteln.

Aus der Aufgabe der informationellen Grundversorgung könne, so Umlauf, zwar keine strikte rechtliche Pflicht für die Gemeinden abgeleitet werden, Bibliotheken zu unterhalten. Er betonte aber, Bibliotheken seien eine gewichtige Aufgabe und politische Verpflichtung, der sich die Gemeinden stellen müssten.

Dem Land Niedersachsen empfahl Konrad Umlauf, mit einem Bibliotheksgesetz, wie es schon von Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt erlassen worden sei, die Stellung und Aufgabe der öffentlichen Bibliotheken abzusichern.

Dem Vortrag schloss sich ein lebhaftes Gespräch mit den Zuhörern an. Dabei gab Umlauf den Bibliotheken mit auf den Weg, sich für Leseförderung zu engagieren und ihre Bildungsangebote für Junge wie Alte auszuweiten, auch zur Einführung in die Internetnutzung. Den kleineren Büchereien im Landkreis riet er, sich untereinander zu vernetzen und z.B. einen gemeinsamen Katalog zu planen. Förderlich sei es, für jede Bücherei, Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern zur Unterstützung zusammenzubringen.

Lang anhaltender Beifall dankte dem Referenten.    [Vortrag zum Download im pdf-Format]

[06.05.2011]

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Die Bibliotheksgesellschaft begrüßt die Mitglieder 100 und 101

Das freute nicht nur den Vorstand, vertreten durch Erika Trichterborn und Dr. Siegfried Lion, sondern auch das Ehepaar Lohse aus Wienhausen, das für ihren "Jubiläumsbeitritt" ein Buchgeschenk  überreicht bekam.
(zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken)

[6.12.2007]

 

     

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Stand: 19.02.13