Nachrichten
Nachrichten
Februar 2013
Nachrichten
August 2012
Nachrichten Mai
2012
Nachrichten Januar
2012
Nachrichten
November 2011
Nachrichten August
2011
Nachrichten Juni 2011
Zukünftige Ausgaben per
E-Mail zusenden lassen

Lesung Burkhard Garbe am
19.10.2012
Sprachspieler und Sprachforscher

Burckhard Garbe gehört zu den Autoren, die im
„Dichterraum Celle“ im Museumscafé einen vielbeachteten Ort gefunden
haben.
Viele Besucherinnen und Besucher waren zu seiner Lesung „Rasenmähers
Geliebte – kurz geschnittene Prosa“ gekommen. Gunther Thies begrüßte im
Namen der Bibliotheksgesellschaft den Autor und Sprachwissenschaftler, der,
1941 in Berlin geboren, in Celle das Gymnasium Ernestinum besucht, dann an
der Universität Göttingen gelehrt hat und heute im nordhessischen
Grebenstein lebt.
Mit dem fulminanten und höchst ironischen „Longpoem:
Ich liebe die Lyriker“ begann Garbe. Er karikiert darin die selbstverliebten
Darbietungen von schwarz gekleideten, in Welt- und Eigenschmerz versinkenden
Gedicht-Schreibern, die doch so gar keine eigene Sprache finden. Nach seinem
witzigen „Selbstporträt“ folgte die „Kürzgeschichte“ vom „Rasenmäher“, der
nicht nur den Rasen „kürzt“, sondern auch eine modisch kurze Beziehung
durchlebt.
Unter dem Titel „Aristoteles in Rumänien“ beschreibt
Garbe eine eigene Reiseerfahrung, bei der er vor Jahren auf dem Balkan Opfer
eines Geldbetrügers geworden war: Den von den Betrügern inszenierten Ablauf
kann er, nicht ohne Selbstkritik, mit Bausteinen der
griechischenTheatertheorie wie Mitleid, Furcht, Peripetie und Katharsis
charakterisieren. Weitere Prosastücke, die sprachspielend allerlei
Allzumenschliches aufdecken, folgten.
Zum Abschluss bot Garbe eine Auswahl seiner
Sprachglossen, die erste nannte sich “Goodbye, Goethe“ und handelt von
unserem gebrochenen, „nicht wirklichen“ Verhältnis zur klassischen
Hochsprache. Großes Vergnügen boten den Zuhörerinnen und Zuhörern
schließlich Garbes Glossen zur Unlogik in deutschen Wörtern, insbesondere in
modernen Wortschöpfungen wie z.B. „Fruchtzwerge XXL“, Null-Wachstum“,
McClean“, „Brüllbeton“ und „Jein“.
Viel Beifall, die Sammlung der Abituraufsatz-Themen am Ernestinum von 1830
bis 1970 sowie Celler Heidehonig
waren der Dank an Burckhard Garbe für einen vergnügt-hintersinnigen Abend.
Ein herzliches Dankeschön galt auch dem Museumscafé für den freundlichen
Rahmen. [19.10.2012]

Mitgliederversammlung und
Lesung Manfred Hausin am 15. Mai 2012
Protokoll
Tätigkeitsbericht
2011/2012
anschließend:
Literarisches Kabarett
mit Manfred Hausin

Vor Jahrzehnten hatte in Celle ein junger Mann, Schüler
noch, die Erwachsenen und seine Lehrer mit frechen Texten und ungewohnten
Aktionen irritiert. Heute ist er, Manfred Hausin, ein seit langem
anerkannter Schriftsteller, auch Mitglied des PEN. Auf Einladung der
Bibliotheksgesellschaft veranstaltete er jetzt in Kunst & Bühne bei vollem
Haus sein Literarisches Kabarett.
Hausin ist ein Meister der kurzen Form.
Aphoristische kleine Texte, komprimierte Sprüche, Widersprüche,
Sprachspielerisches. Er nennt diese Form auch Hausinaden und behauptet, sie
seien in Wahrheit gekürzte Romane. Indem er solche Schöpfungen vorträgt,
bereitet er seinen Zuhörern großes Vergnügen, auch und gerade dann, wenn sie
einen Augenblick brauchen, um den Gehalt aufzunehmen.
Geboren wurde Manfred Hausin in Hildesheim,
wuchs zunächst bei Hildesheim auf und lebt dort auch heute. Wichtige
Jugendjahre hat er aber in Celle verbracht und am Hölty-Gymnasium das Abitur
gemacht. Schon in dieser Zeit hat er geschrieben und veröffentlicht. Wie er
selbst sagt, stammten die ersten Gedichte, die er zum Druck gab, von seinem
Bruder. Rasch aber erkannte er, dass Texte etwas bewirken können, schrieb
selbst und setzte ein Werk in Gang, das seit mehr als vier Jahrzehnten
lebendig ist.
Hausin trug in Kunst & Bühne nicht nur seine
Texte vor. Er band sie ein, indem er aus den Stationen seines Lebens
erzählte und von Erfahrungen berichtete, etwa über die Arbeit mit Verlagen
und über die Gründung eines Verlages („Davids Drucke“). Die Anfänge in Celle
spielten eine wichtige Rolle. Mit besonderem Vergnügen schilderte er, wie
er, nachdem er schon mit 18 Jahren Mitglied im Verband deutscher
Schriftsteller geworden war, seine Lehrer dadurch verunsicherte, dass er
Schriftstellerkollegen in die Schule einlud.
Viele kurze Texte trug Hausin mit unbewegtem
Gesicht vor:
Die Mutter
Voll Liebe
Der Vater
Volljurist
(aus: BETTELN UND HAUSIN VERBOTEN)
Aber längere Texte fehlten ebenso wenig, etwa als
Hausin zum großen Vergnügen der Zuhörer die Satire von den Celler
Juristen in der Rolle von Mitwirkenden der Hengstparade bot.
Manfred Hausin hat im Laufe der Jahrzehnte mehr
als 30 eigene Bücher herausgebracht und eine Vielzahl von Gedichten,
Geschichten, kurzen und kürzesten Texten geschrieben, die auch in Zeitungen,
Zeitschriften, Magazinen, Anthologien und Schulbüchern veröffentlicht sind.
Mehrere seiner Bücher sind in etlichen Auflagen erschienen, immer wieder
angereichert durch neue Texte. Mancher Text hat sich dabei verwandelt. Zu
seinem 60. Geburtstag 2011 wurden etwa neu aufgelegt Liebe für immer: Die
111 schönsten und frechsten Liebesgedichte des Manfred Hausin und
Vorsicht an der Bahnsteigkante!: Zugige Verse und Geschichten. Auch
durch diese Neuauflagen bot Hausin den Zuhörern einen vergnüglichen und
nachdenklichen Streifzug.
Schließlich erinnerte Hausin daran, dass er vor
Jahren auch in Celle mehrfach die von ihm erfundene Lange Nacht der
Poesie zusammen mit anderen Künstlern veranstaltet hatte. Er fragte
jetzt, ob es dieses Ereignis in Celle nicht wieder einmal geben sollte. Das
Publikum, das dem Literarischen Kabarett mit großem Vergnügen gefolgt war,
schien an einer positiven Antwort auf diese Frage interessiert zu sein.
[15.05.2012]

Charles Dickens und London - Vortrag in der
Stadtbibliothek Celle
In der Stadtbibliothek Celle hatten die
Bibliothekarinnen und Bibliothekare einen wundervollen Vortragsraum
geschaffen. Die Bücherregale waren beiseite geschoben, Stühle hergeräumt
worden, große Grafiken der Figuren aus Dickens‘ Romanen zierten Sessel und
Wandflächen. Vor der animierenden Kulisse der Bücher konnte Dr. Catherine
Atkinson über „Charles Dickens und das Viktorianische London“ sprechen.
Gemeinsam mit der Stadtbibliothek hatte die Bibliotheksgesellschaft Celle
aus Anlass des 200. Geburtstags von Charles Dickens eingeladen.
Das Thema zog viele Zuhörer an. Manche Celler
erinnerten sich offenbar an Catherine Atkinson, die hier vor Jahren die
Ausgrabung der Stadtbefestigung am Nordwall geleitet hatte. Schnell war der
Raum brechend voll und es mussten alle Reserven an Stühlen herbeigeschafft
werden.
Vor diesem aufmerksamen Publikum stellte die Referentin
Dickens‘ Biografie dar. Als der Vater ins Schuldgefängnis geraten war,
musste der Sohn zunächst die Schule beenden und als Zwölfjähriger in einer
Schuhcremefabrik arbeiten. Später wurde er Schreiber bei einem Anwalt,
betätigte sich als Reporter einer Zeitung, brachte sich selbst Stenografie
bei und konnte so schon mit 17 Jahren als Berichterstatter für die
Parlamentsdebatten arbeiten. Kleine Skizzen zu gut beobachteten
Alltagsbegebenheiten waren frühe Schritte des Autors. Sie erschienen in
Zeitungen und Monatsschriften und brachten erste Bekanntheit. Dickens‘
größere Werke erschienen als Fortsetzungsromane.
Anhand von zeitgenössischen Bildern und Karten
erläuterte Atkinson die unkontrollierte Entwicklung Londons in der 1. Hälfte
des 19. Jahrhunderts zur größten Stadt der Welt mit riesigen hygienischen
Problemen, Sicherheitsdefiziten und gewaltiger Armut. Die Referentin hob
aber auch hervor, dass sich während der Regierung der Königin Victoria
London grundlegend wandelte, mit technischem Fortschritt, Einrichtungen für
die öffentliche Hygiene und eindrucksvoller Architektur. Auch die
Entwicklung des Eisenbahnwesens fällt in diese Zeit.
In diesem Umfeld waren Dickens‘ literarische Werke
angesiedelt. Atkinson beschrieb, wie aus seiner herausragenden
Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, Personen zu charakterisieren und
Begebenheiten lebendig zu schildern, kleinere und große Texte entstanden.
Auf langen Spaziergängen durch London, manchmal nächtelang, habe Dickens die
Stadt und die Menschen intensiv beobachtet und seine einprägsamen Charaktere
entwickelt, Mr. Pickwick etwa, Uriah Heep oder Scrooge. Manche Figur habe
auch autobiografische Züge, z.B. Oliver Twist. Auch seine Sozialkritik, die
er in lebhaften Schilderungen, auch humorvollen, übt, fuße auf
Autobiografischem. Bemerkenswert sei schließlich die sprachliche
Gestaltungskraft von Dickens gewesen. Dialekt wie sprachliche Neuschöpfungen
charakterisieren seine Werke.
Das Publikum dankte mit nachhaltigem Beifall. Zum
Geburtstagsjubiläum wurde stilvoll ein Getränk offeriert. Bei anschließenden
Gesprächen war zu hören, manches habe man bisher so nicht gesehen.

Märchenhafte
Harfenklänge
Margarete Seil erzählte, wie schon oft, Märchen nicht für Kinder
sondern für Erwachsene. Viele Interessierte hatten sich in Kunst & Bühne
eingefunden, um sich in die wunderbare Welt der Märchen entführen zu
lassen. Der Anlass war ein doppeltes Jubiläum: Kunst & Bühne ist in diesem
Herbst zwanzig geworden, und die Bibliotheksgesellschaft Celle ist in
diesem Jahr 25 Jahre alt. So gratulierte die Bibliotheksgesellschaft zum
Geburtstag von Kunst & Bühne mit einem Märchenabend.

Die
junge Harfenistin Deborah Buerke stimmte mit ihrer Musik auf die Märchen
ein und untermalte auch einige Märchenpassagen.
Margarete Seil hatte
zwei Märchen der Brüder Grimm und ein Märchen aus Norwegen ausgewählt. Sie
überzeugte die Zuhörer, dass Märchen keineswegs nur Kindergeschichten
sind, sondern anregende Literatur für jedes Alter. Margarete Seil bringt
die Märchen in ihrer wunderbaren Sprache zu Gehör, nicht abgelesen,
sondern mit größter Ruhe, mit Konzentration und hoher Überzeugungskraft
auswendig vorgetragen. Die Zuhörer konnten sich auch an gegenwärtige
Probleme erinnert fühlen. In dem Grimm’schen Märchen „Die Nixe im Teich“
erzählte Margarete Seil von dem Müller, dessen Reichtum von Jahr zu Jahr
schwand, „und zuletzt konnte der Müller kaum noch die Mühle, in der er
saß, sein Eigentum nennen.“
Alle wurden von den Märchen und von Margarete Seils Erzählkunst in den
Bann gezogen. An der Faszination, die der Abend ausübte, hatte Deborah
Buerke mit dem einfühlsamen Spiel ihrer Harfe einen wichtigen Anteil.
Ein eindrucksvolles Geburtstagsgeschenk für Kunst & Bühne und eine schöne
Veranstaltung der Bibliotheksgesellschaft.

Dämmerungslesen in der Stadtbibliothek Celle (September 2011)
Die Stadtbibliothek Celle hatte aufgetischt. Gedeckt war mit
weißem Damast und neben den Tellern standen hohe Gläser. Zu genießen gab es
aber keine Suppe und weder Braten noch Gemüse. Beim Dämmerungslesen für
Literatur-Gourmets wurden Lesefreuden angeboten.
Anlass für diese Veranstaltung war erneut das 25-jährige Jubiläum der
Bibliotheksgesellschaft Celle. Das Team der Stadtbibliothek hatte der
Bibliotheksgesellschaft ein Lesefest geschenkt, das aber nach Art eines
Menüs gegliedert war: Vorspeise, Suppe, Zwischengang, Hauptgericht und
Dessert. Zwischen den Büchern konnte das Dämmerungslesen nur deshalb
stattfinden, weil die Bestände der Stadtbibliothek vor wenigen Wochen neu
geordnet worden waren und jetzt etliche Bücherregale auf Rollen beiseite
geschoben werden konnten. So gab es reichlich Platz für Zuhörerinnen und
Zuhörer.

Um den gedeckten Tisch Platz genommen hatte Petra Moderow, die
Bibliotheksleiterin, mit Cornelia Rittmeyer-Bhuie und Andrea Kamke.
Sie präsentierten den Zuhörern zehn Bücher, die alle keine Bestseller
geworden sind, die aber nach Überzeugung der Bibliothekarinnen das Interesse
von Lesern verdienen. Eingangs gab es jeweils eine kurze Charakterisierung
des Autors und des Buchs und dann bekam das Publikum eine Leseprobe
„serviert“.
Die Palette der Bücher reichte von Sachbüchern über Romane mit großen
Themen bis zu heiter-leichter Lektüre. So stellte Cornelia Rittmeyer-Bhuie
David Blackbourns „Die Eroberung der Natur – eine Geschichte der deutschen
Landschaft“ vor, worin u.a. die gewaltigen Arbeiten zur Begradigung des
Oberrheins im 19. Jahrhundert geschildert werden. Den Roman „Pascolini“ von
Maximilian Steinbeis brachte Petra Moderow dem Publikum nahe, einen
grimmig-bissigen bis grotesken Heimatroman aus dem Bayern der
Nachkriegszeit. Als abschließendes Dessert bot Andrea Kamke eine heitere
Kostprobe aus Susanna Tamaros „Der Tannenbaum: das Märchen einer
Freundschaft“. Hier ging es um eine uralte Tanne aus der Toscana, ein
Eichhörnchen und eine Taube, den Petersplatz und den Papst.
Zwischen all den literarischen Genüssen konnten sich die Teilnehmer in
der Pause sogar noch an liebevoll bereiteten kleinen Speisen und an
Getränken laben. So wurde das Dämmerungslesen ein runder Genuss, der bei den
Literatur-Gourmets Lust auf mehr Bücher machte. Und die Stadtbibliothek
zeigte sich von der allerbesten Seite.

Bücherflohmarkt 2011
Der Bücher-Flohmarkt vor der Stadtbibliothek
Celle ist vorüber und er war sehr erfolgreich. Das Wetter war zunächst
wunderbar, dann gab es eine kleine Irritation durch einen kurzen
Regenschauer, aber anschließend hatten wir keinen Grund zur Klage. Es
waren – trotz einzelner widriger Umstände in der Vorbereitung – wieder
viele Bücher gespendet worden, und die Kaufinteressenten kamen in
Scharen, und auch zum angekündigten Endzeitpunkt wurde noch eifrig
gestöbert.

So konnten wir sehr gut verkaufen und haben einen Erlös von 2.709,41
€ erzielt, ca. 450 € mehr als im letzten Jahr. Das Geld soll der
Stadtbibliothek Celle und einzelnen öffentlichen Bibliotheken aus dem
Landkreis für zusätzliche Anschaffungen zugutekommen, die mit den
knappen Haushaltsmitteln nicht möglich wären.
Herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben, beim
Vorbereiten, beim Entgegennehmen und Sortieren der Bücherspenden, beim
Heranschaffen, Aufstellen, Abbauen und Abtransport der Tische und Bänke,
beim Heraustragen der Bücher, beim Verkaufen und Kassieren, beim
Wegschaffen der übrig gebliebenen Bücher und beim Aufräumen, schließlich
der Stadtbibliothek Celle für alle Mitwirkung!
Unser bester Dank gilt auch der Brauerei Carl Betz, die
die Tische, Bänke und Schirme kostenlos zur Verfügung gestellt hat.
Vielen Dank ebenso den Schülerinnen und Schülern, die tatkräftig
mitgewirkt haben!
Danke nicht zuletzt auch den Spendern und Käufern der Bücher!

Ermittelt wurden im Rahmen des Bücherflohmarkts auch die Gewinner des
Jubiläumspreisrätsels der Kreisfahrbücherei. Erika Trichterborn,
2. Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft, (hier mit Johannes von
Freymann, dem Leiter der Kreisfahrbücherei bei der Auslosung)
betätigte sich als Glücksfee und zog aus nahezu 80 richtigen
Einsendungen die zukünftigen 10 glücklichen Besitzer je eines
Buchgutscheins über 15,- Euro, gestiftet von der
Bibliotheksgesellschaft. Die Gewinner werden in den nächsten Tagen
benachrichtigt.

Jugendbuchautor Achim Bröger in Celle
Zum 25-jährigen Bestehen der Bibliotheksgesellschaft
Celle war der weltweit bekannte Kinder- und Jugendbuchautor Achim Bröger
zwei Tage lang in der Region Celle. Er las aus seinen Büchern und hielt
einen Vortrag vor Erwachsenen.

Sechsmal las Bröger in Bibliotheken vor Kindern und
Jugendlichen, in der Stadtbibliothek Celle, in der Zweigstelle
Lauensteinplatz und in den Büchereien Bergen, Müden und Faßberg. Überall
verstand er es großartig, die jungen Zuhörer in seinen Bann zu ziehen Er las
nicht nur aus seinen Büchern, er erzählte, wie er zum Schreiben kam und wie
er arbeitet, beantwortete Fragen und brachte die Schüler dazu, von eigenen
Schreibversuchen zu erzählen Einige seiner Bücher stellte Achim Bröger vor
und las Passagen vor, Heiteres, Hintersinniges und auch sehr Ernstes. Dabei
brachte er nicht nur erzählende Texte, sondern präsentierte auch Sachbücher,
seinen Kinderatlas oder sein Kinderlexikon. In dem Kinderlexikon werden
Stichwörter nicht trocken erklärt, sondern durch kleine Geschichten
vorgestellt.
Ganz gebannt waren die Kinder z. B., als Bröger in der
Stadtbibliothek Celle den Beginn von „Flammen im Kopf“ vorlas, ein Buch, in
dem es um große Themen geht, um Lebensgefahr und Tod, um Schuld und Angst.
Achim Bröger konnte den jungen Zuhörern einen Eindruck vermitteln, was
Literatur ist und welches Vergnügen das Lesen bringt.
Darum ging es auch, als er in der Stadtbibliothek Celle
vor Eltern, Lehrkräften, Tagesmüttern, Erzieherinnen und Bibliothekaren das
Thema behandelte: „Wie mache ich Kindern Lust auf Bücher?“ Die Lust am Lesen
war der rote Faden des Abends. Eltern, die selbst Freude am Lesen haben,
seien ein wichtiges Erlebnis für Kinder. Eltern, die ihren Kindern nicht aus
Pflichtgefühl vorlesen, könnten ihr Vergnügen am Lesen auch den Kindern
vermitteln.
Die Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern in die
Bibliothek gehen oder sie in eine Buchhandlung mitnehmen. Die Kinder selbst
Bücher aussuchen zu lassen und sie nicht aus falschem Ehrgeiz zu
bevormunden, öffne den Weg zum Lesen. Dies veranschaulichte Bröger mit
eindringlichen kleinen Geschichten und unterstrich sein Anliegen, indem er
kurze Texte aus mehreren seiner Bücher vorlas. Die Zuhörer hat er ganz und
gar überzeugt.

Bernd Rauschenbach las Kurt Schwitters
Zu einem Abend mit Texten von Kurt Schwitters in „Kunst
& Bühne“ hatte die Bibliotheksgesellschaft Celle aus Anlass ihres
25-jährigen Bestehens eingeladen. Bernd Rauschenbach, im Hauptberuf Vorstand
der Arno Schmidt Stiftung in Bargfeld, trug unter dem Motto „Von der Gurgel
bis zur Zehe“ aus dem umfangreichen literarischen Werk von Schwitters vor,
längere und kürzere, auch kürzeste Texte. Das Gedicht „An Anna Blume“
bildete den Auftakt. Skurriles folgte, auch Irritierendes und manch
komischer Text. Immer wieder
erlebten die Zuhörer Texte, die Anziehungskraft aus ständigen Wiederholungen
derselben Passagen nahmen, aber mit immer neuen Varianten. Rauschenbachs
Vortragskunst faszinierte die Zuhörer mit großer Spannweite von leisen Tönen
über nachdrückliche Passagen bis zu zungenbrecherischem Tempo. Die
Geschichte „Der Schürm“, die von einem jahrzehntealten Schirm handelt, der
unvermutet abgebrochen war, bereitete dem Publikum höchstes Vergnügen.
Höhepunkt war aber die „Ursonate“, jenes Kunstwerk aus
Buchstaben, Silben und Wörtern, die aber keinen sprachlichen Sinn ergeben.
Das Werk nutzt zwar die strenge musikalische Form der Sonate, ist aber nicht
in Noten gesetzt, sondern lebt aus den Lauten, die sich aus Vokalen und
Konsonanten ergeben. Bernd Rauschenbach trägt das Werk in bewundernswerter
Vielfalt vor und zieht die Zuhörer in den Bann dieses sprachlichen
Kunstwerks ohne sprachlichen Inhalt. Begeisterter Applaus.
[19.5.2011]

Mitgliederversammlung am 11. Mai 2011
Protokoll
Tätigkeitsbericht
2010/2011
[11.05.2011]

Bibliotheken als Pflichtaufgabe?
Zum 25-jährigen Bestehen der Bibliotheksgesellschaft
sprach in der Stadtbibliothek Celle
Professor Konrad Umlauf,
Humboldt-Universität Berlin, über die Aufgabe der Gemeinden, öffentliche
Bibliotheken zu unterhalten. Umlauf, einer der besten Kenner des
Bibliothekswesens in Deutschland, hob hervor, dass Internet und die Existenz
von Google Bibliotheken nicht überflüssig machten. Bibliotheken ermöglichten
systematische, gründliche und breit angelegte Information.
Vor einem zahlreichen Publikum aus Bibliotheken, aus der Kommunalverwaltung
und der Kommunalpolitik wandte sich Umlauf gegen die Auffassung, die auch
von Bibliotheksverbänden vertreten wird, das Grundgesetz verpflichte die
Kommunen, Büchereien zu betreiben. Die Informationsfreiheit sei zwar ein
wichtiges Grundrecht, es verbiete aber der öffentlichen Hand nur,
Informationsmöglichkeiten einzuschränken, und gebe keinen Anspruch auf
Bereitstellung von Informationsquellen.
Diese für viele enttäuschende Feststellung entbindet
aber auch nach Auffassung des Referenten die Gemeinden nicht von der
Aufgabe, Bibliotheken vorzuhalten. Konrad Umlauf ordnet Bibliotheken dem
Bereich der „informationellen Grundversorgung“ zu. Diesen Begriff hat das
Bundesverfassungsgericht für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geprägt.
Anders als die durch Werbung finanzierten Privatsender haben dort die durch
Gebühren finanzierten Sender die Aufgabe der Grundversorgung, weil sie nicht
von Einschaltquoten abhängig sind.
Vergleichbar sei es, so Umlauf, bei den Bibliotheken:
Während Buch- und Zeitschriftenverlage, Buchhandlungen und andere private
Medienanbieter auf den wirtschaftlichen Erfolg angewiesen seien, ständen
öffentliche Bibliotheken nicht unter diesem Zwang. Bibliotheken hätten
besondere Aufgaben. Sie müssten auch die Interessen von Minderheiten –
sprachlichen wie kulturellen – berücksichtigen wie auch die Bedürfnisse
nicht zahlungskräftiger Menschen. Neben qualitätvoller Information hätten
sie Informationskompetenz zu vermitteln.
Aus der Aufgabe der informationellen Grundversorgung
könne, so Umlauf, zwar keine strikte rechtliche Pflicht für die Gemeinden
abgeleitet werden, Bibliotheken zu unterhalten. Er betonte aber,
Bibliotheken seien eine gewichtige Aufgabe und politische Verpflichtung, der
sich die Gemeinden stellen müssten.
Dem Land Niedersachsen empfahl Konrad Umlauf, mit einem
Bibliotheksgesetz, wie es schon von Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt
erlassen worden sei, die Stellung und Aufgabe der öffentlichen Bibliotheken
abzusichern.
Dem Vortrag schloss sich ein lebhaftes Gespräch mit den
Zuhörern an. Dabei gab Umlauf den Bibliotheken mit auf den Weg, sich für
Leseförderung zu engagieren und ihre Bildungsangebote für Junge wie Alte
auszuweiten, auch zur Einführung in die Internetnutzung. Den kleineren
Büchereien im Landkreis riet er, sich untereinander zu vernetzen und z.B.
einen gemeinsamen Katalog zu planen. Förderlich sei es, für jede Bücherei,
Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern zur Unterstützung zusammenzubringen.
Lang anhaltender Beifall dankte dem Referenten.
[Vortrag zum Download im
pdf-Format]

[06.05.2011]

Die Bibliotheksgesellschaft begrüßt die Mitglieder 100 und 101

Das freute nicht nur
den Vorstand, vertreten durch Erika Trichterborn und Dr. Siegfried
Lion, sondern auch das Ehepaar Lohse aus Wienhausen, das für
ihren "Jubiläumsbeitritt" ein Buchgeschenk überreicht bekam.
(zur Vergrößerung bitte
auf das Bild klicken)
[6.12.2007]